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Prüfung erfolgreich bestanden

Geschafft!

Das Amtsgericht Achim gratuliert seinen Justizfachwirtinnen zur bestandenen Prüfung.

ACHIM. Carina Nösel und Kerstin Kinzelbach schließen ihre Ausbildung in der Justiz nach zweieinhalb Jahren mit Erfolg ab.

Justizfachwirt*innen bilden die Serviceeinheiten von Gerichten und Staatsanwaltschaft. Als solche tragen sie maßgeblich zum reibungslosen Ablauf bei der Bearbeitung der einzelnen Verfahren bei und sind als Serviceeinheiten der Dreh- und Angelpunkt aller Arbeitsabläufe. Entsprechend groß ist ihr Aufgabenspektrum, das in hohem Maße eigenverantwortliches, präzises und vorausschauendes Arbeiten erfordert. Dies beginnt beim Anlegen der Akte und erstreckt sich über die ganze weitere Verfahrensbegleitung bis hin zum Versenden der abschließenden Entscheidungen, wobei z.B. auch die Überwachung von Rechtsmittelfristen oder die Kostenberechnungen zu ihren essentiellen Aufgaben gehören. Darüber hinaus sind sie erste Anlaufstelle für alle Verfahrensbeteiligten, beantworten ihre Fragen und nehmen bei Bedarf Anträge und Erklärungen auf. Zur Ausbildung gehört auch das sogen. Tastschreiben mit einer bestimmten Anzahl von Anschlägen in der Minute.

Bild Gratulation der frischgebackenen Justizfachwirtinnen durch die Direktorin des Amtsgerichts   Bildrechte: Reinicke, Sabine
Gratulation zur bestandenen Ausbildung

von links: Fr. Justizsekretärin Kerstin Kinzelbach, Fr. Justizsekretärin Carina Nösel, Ausbildungsleiterin Fr. Kirsten Kohlscheen, Direktorin des Amtsgerichts Fr. Sabine Reinicke

Amtsgerichtsdirektorin Sabine Reinicke hat den beiden Absolventinnen nun anlässlich ihrer bestandenen Prüfungen ein paar Fragen gestellt.

Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss! Wo geht es jetzt für Sie weiter?

Kinzelbach: Ich beginne am 1.4.2021 in der Familienabteilung des Amtsgerichts Osterholz-Scharmbeck. Das freut mich sehr, denn es ist für mich gut zu erreichen, was mir aus familiären Gründen wichtig ist.

Nösel: Und ich trete meinen Dienst bei der Staatsanwaltschaft in Verden an und freue mich schon darauf.

Ihre Ausbildung hat im ersten Jahr noch regulär stattgefunden, musste aber seit März letzten Jahres coronabedingt umgestellt werden. Was hat sich dadurch für Sie verändert?

Ist Ihnen die Motivation manchmal schwergefallen?

Kinzelbach und Nösel: Das war schwieriger, weil keine direkte Ausbildung in den Abteilungen mehr möglich war. Während wir zunächst noch einen eigenen Arbeitsplatz im Zimmer der jeweiligen Ausbilderinnen und Ausbilder hatten, ihnen über die Schulter gucken und gleich die Fragen stellen konnten, war das aufgrund der coronabedingten Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen natürlich nicht mehr möglich. Wir saßen dann getrennt in einem besonderen Raum und teilweise auch nicht mehr in der Nähe der Abteilung, für die wir gerade eingeteilt waren.

Nösel: Für den Lehrgang, der zunächst noch vor Ort in Lüneburg stattfand, hatte die coronabedingte Umstellung auf den online-Unterricht aber auch Vorteile. Man sparte Fahrzeiten und hatte insgesamt mehr Zeit zum Lernen.

Kinzelbach: Das stimmt. Aber wenn man zu Hause noch Kinder zu versorgen hat mit Homeschooling und allem, was daran hängt, dann wünscht man sich gelegentlich doch an den Lehrgangsort zurück.

Nachdem die Ausbildung mit Ihnen beiden erfolgreich wieder angelaufen ist, bildet das Amtsgericht Achim nun wieder regelmäßig aus. Was möchten Sie künftigen Anwärter*innen ihrer Dienstlaufbahn mit auf den Weg geben?

Kinzelbach und Nösel: Gerade im ersten Ausbildungsabschnitt bei den Gerichten vor Ort, der drei Monate dauert, ist es wichtig, sehr gut aufzupassen, um zu verstehen, was da genau passiert und um sich mit dem „Schönfelder“ (Anmerkung d. Verf.: Gesetzessammlung) vertraut zu machen. Außerdem ist die Zeit für das Tastschreiben zu nutzen, um dort das Ausbildungsziel zu erreichen.

Wir freuen uns immer über konstruktive Anregungen: Könnte sich das Amtsgericht Achim aus Ihrer Sicht bei der Ausbildung noch verbessern?

Kinzelbach: Der Abschnitt für die Vollstreckungsabteilung von zwei Wochen war mir zu kurz, zumal wir in der Zeit auch noch dem Gerichtsvollzieherdienst zur Ausbildung zugeteilt waren. Nach dem Ausbildungsplan ist das ja leider nicht vorgesehen.

Nösel: Ich fände es gut, wenn wieder ein zweiter Arbeitsplatz bei den Ausbilder*innen eingerichtet werden könnte und den Auszubildenden für die Eigenarbeit ein fester Raum zur Verfügung steht. Insgesamt fand ich die zeitlichen Strukturen unserer Ausbildung aber gut und konnte immer alles nacharbeiten.

Vielen Dank und alles Gute für Ihren weiteren beruflichen Werdegang!

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